Warum entfernen?
In einem gesunden Ökosystem ist die Mistel ein normaler Bestandteil. Auf unseren Streuobstwiesen wird sie jedoch zunehmend zum Problem.
Das Problem: Trockenstress
Durch den Klimawandel leiden unsere Obstbäume (Apfel, Birne) zunehmend unter heißen, trockenen Sommern.
- Die Mistel verdunstet auch im Winter Wasser, da sie immergrün ist.
- Im Sommer konkurriert sie mit dem Baum um das knappe Wasser.
- Folge: Stark befallene Bäume vertrocknen buchstäblich und sterben ab.
Verlust von Biotopen
Alte Streuobstwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt (Vögel, Insekten). Stirbt der Baum, stirbt das Biotop. Um die Wiesen zu erhalten, müssen wir dem Baum helfen und die Misteln reduzieren.
Aber… Naturschutz?
Ja, die Mistel steht unter keinem generellen Schutz (außer in speziellen Gebieten). Sie ist eine heimische Art. Unser Ziel ist nicht die Ausrottung, sondern das Management. Ein gesunder Baum verträgt 1-2 Misteln. Ein Baum mit 50 Misteln stirbt. Wir greifen ein, um das Überleben der Bäume zu sichern.
Die richtige Pflege
Wie wirst du die Mistel los? Einfaches Abbrechen reicht leider nicht.
1. Nur Abbrechen? (Die “Ernte”)
Wenn man den grünen Busch nur abbricht, bleibt die Wurzel im Holz.
- Vorteil: Der Baum verliert sofort den Wasser-Dieb.
- Nachteil: Die Mistel treibt nach 1-2 Jahren wieder aus.
- Fazit: Eine gute “Erste-Hilfe-Maßnahme”, aber keine Dauerlösung.
2. Der “Befreiungsschnitt” (Ableiten)
Um die Mistel dauerhaft zu entfernen, muss das befallene Holz entfernt werden.
- Technik: Man sägt den Ast ab, an dem die Mistel sitzt.
- Regel: “Ableiten auf Zugast”. Man sägt nicht einfach irgendwo, sondern an einer Gabelung, damit die Wunde besser heilt.
- Vorsicht: Bei sehr starkem Befall kannst du nicht alle Äste absägen, sonst hat der Baum keine Krone mehr. Hier ist ein Kompromiss (Abbrechen + Rückschnitt der Spitzen) oft besser.
Wichtig: Sicherheit geht vor! Arbeiten auf Leitern im Gelände ist gefährlich. Nutze Teleskop-Stangensägen (Hochentaster), um sicher vom Boden aus zu arbeiten.